Die umstrittene Konstruktion von Vertrauen und Misstrauen in der westdeutschen Volkszählungsboykottbewegung 1983

Matthew G. Hannah

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Abstract

Dieser Artikel befasst sich mit der umstrittenen Konstruktion vom Begriff „Vertrauen“ im Laufe der Volkszählungsboykottbewegung in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1983. Ausgangspunkt sind die Ausführungen von Giddens (1990, 1991), da dessen Auslegung vom Begriff Vertrauen („trust“) besonders wichtige Dimensionen von der damaligen Auseinandersetzung über die Volkszählung aufhellt. Es wird aber bald klar, dass die Giddens'sche Definition von Vertrauen bereichert werden muss, um zusätzliche Dimensionen von Vertrauen besser berücksichtigen zu können, die 1983 von Belang waren. Diese Bereicherung wird in zwei Stufen aufgebaut: 1) eine Interpretation vom damaligen Boykottsdiskurs, die die Wichtigkeit von zusätzlichen „persönlichen“ Dimensionen von System-Vertrauen hervorhebt; und 2) ein Exkurs über Foucault, dessen Analyse von „Biopolitik“, so meine ich, eine noch sensiblere Version vom Begriff „Vertrauen“ ermöglicht. Mit dieser Einbeziehung Foucaults hoffe ich, nicht nur die Geschichte vom Volkszählungsboykott überzeugender zu analysieren, sondern auch die Basis einer theoretischen Artikulation anzudeuten, welche die Ebene von Interaktionen (Giddens) mit der von Machtrationalitäten (Foucault) verknüpft.
Original languageGerman
Pages (from-to)11-21
Number of pages11
JournalSocial Geography
Volume3
Early online date02 Feb 2007
DOIs
Publication statusPublished - 16 May 2008

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